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Aus der Zürichsee-Zeitung vom Montag, 4. September 06
Vandalen zündeten in der Nacht auf Sonntag neu errichteten Pfadi-Turm anKeine zwölf Stunden gestanden
Wut und Frust machte sich am Sonntagmorgen bei Pfadiführern breit. Ihr erst gerade am Samstag fertig gestellter Turm war in der ersten Nacht nach dem Bau angezündet worden.
von Frieda Suter«Acht Pfadiführer im Alter zwischen 12 und 25 Jahren haben am Freitagabend und Samstagnachmittag während insgesamt fünf Stunden gearbeitet, um auf unser Jubiläum hinzuweisen und eine Attraktion für das Magnusfest vom gestrigen Sonntag aufzubauen. Doch schon in der ersten Nacht wurde der Turm angezündet», sagte gestern Daniel Ruoss. Er heisst mit Pfadinamen Wolf und setzt sich seit Jahren intensiv für die Pfadistufe Obermarch der Pfadi Lachen ein. Als Schreiner half er tatkräftig mit, als es daran ging, das 10-Jahr-Jubiläum vom 23. September vorzubereiten. Er hat den Turm auch selber entworfen und Holz organisiert. «Wir Leiter machten uns daran, einen 4,5 Meter hohen Turm zu bauen, wie es auch in den Lagern üblich ist», sagt er. Das heisst, dass das Holz nach Pfaditechnik lediglich mit Seilen befestigt und verbunden wird. «Aus versicherungstechnischen Gründen mussten wir den Turm so gestalten, dass ihn niemand besteigen kann, wenn keine Aufsicht da ist», sagt Daniel Ruoss weiter.Also wurde das ganze Gerüst bis auf eine Höhe von vier Metern mit Jute eingepackt. Eine Mutter nähte eine überdimensionale Pfadi-Krawatte, auf der auf das Jubiläum hingewiesen wird. Doch die Freude der Pfadiführer über das gelungene Werk währte nur kurz.
Seile geschmolzen
Am Sonntagmorgen wurde Daniel Ruoss mit der Nachricht überrascht, dass der Turm in der Nacht angezündet worden sei. «Das Bild, das sich mir am Sonntagmorgen auf der Wiese neben der Kirche bot, war frustrierend», sagt Daniel Ruoss. Er erfuhr, dass die Feuerwehr und die Polizei kurz nach Mitternacht alarmiert worden waren. Ihm blieb als Erstes, zu überprüfen, was alles zerstört war. «Die Jute und der Stoff der Krawatte waren verbrannt und ein Teil der Seile geschmolzen», zieht er Bilanz. Daniel Ruoss überprüfte gestern als Erstes genau, ob die Abspannseile noch halten würden oder ob der ganze Turm instabil geworden sei. «Zum Glück hatten wir für wichtige Verbindungen alte Hanfseile verwendet. Diese sind – anders als die moderneren Plastikseile – nicht geschmolzen», sagt Daniel Ruoss. So entschloss er sich, den Turm wieder herzurichten. Das Ziel war es, die Kinder, welche am Nachmittag das Magnusfest besuchen, auf den Turm klettern zu lassen und ihnen zu zeigen, was die Pfadi macht.
Jetzt mit Netz
«Wir konnten am Sonntag ein Netz auftreiben, wie es auf Baustellen verwendet wird und das nicht brennbar ist. Damit wurde der Turm neu gesichert»,erzählt Daniel Ruoss. Aufgeben will er nicht. «Es kann doch nicht sein, dass wir aufgeben. In der Pfadi wollen wir die Kinder ja auch dazu anleiten, sich in allen möglichen Situationen zurechtzufinden und sich zu helfen. Das Jubiläum wird auf jeden Fall doch gefeiert», sagt er am Sonntag. Ob mit oder ohne Turm ist unsicher. Denn über die Leute, welche das Feuer gelegt haben, ist bisher nichts bekannt. «Nachbarn haben am Morgen gesagt, dass sie nichts gesehen und nichts gehört haben», sagt Daniel Ruoss. Ob es einfach ein Nachtbubenstreich war? Wenn man die Sachen anderer zerstört, habe ich kein Verständnis dafür», sagt er mit Recht.
Havarierter Turm: Stand gehalten hat nur das Holz. Jute und Stoff sind verbrannt, ein Teil der Seile ist geschmolzen. (zvg)

