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Sommerlager 2007 in Lungern
Per Anhalter zurück in die Zukunft
Am Samstag, dem 21. Juli 2007 besammelte sich einmal mehr die ganze Pfadistufe der Pfadi Lachen/ Obermarch am Bahnhof, von wo aus die Reise nach Lungern starten sollte. Ein verrückter Professor empfing uns dort mit seinem Assistenten und erklärte uns, dass wir die nächsten zwei Wochen mit seiner selbst gebastelten Zeitmaschine durch die bereits 100-jährige Pfadigeschichte reisen werden. Vorerst aber müsse man Treibstoff für die Maschine sammeln. Diesen fanden wir dann auch auf dem Weg nach Lungern, den wir gruppenweise unter die Füsse nahmen. Am Abend trafen dann jeweils zwei Gruppen zusammen, um einen geeigneten Schlafplatz zu finden.
Etwas nass aber sonst wohlbehalten trafen wir am Sonntagmittag auf dem Lagerplatz ein, wo sofort die Zelte aufgestellt werden mussten. Während den nächsten zweieinhalb Tagen waren wir mit dem Aufbau beschäftigt. Es mussten ein Esszelt, eine Dusche, Stühle und Tische gebaut werden.
Am Montag, als der Lagerplatz schon fast wie ein kleines Dorf aussah, nahmen wir zum ersten Mal die Zeitmaschine in Betrieb. Doch dies war gar nicht so einfach, uns fehlte nämlich der Code. Also versuchten wir mittels Fragen zum Allgemeinwissen die richtige Kombination zu finden und reisten dann am Abend auch schon zum ersten Mal in die Vergangenheit. Am Abend fand dann, nach all der Aufregung tagsüber, eine Besinnung statt, für die die Pfadfinder in Altersgruppen eingeteilt wurden.
Am Dienstag fand dann auch schon wieder die nächste sportliche Aktivität statt: der OL. An diesem nahmen vor allem die Leiter mit grosser Begeisterung teil, während die Pfadis nicht so leicht zu motivieren waren. Schliesslich kamen dann alle, nach mehr oder weniger grossen Umwegen (Karten lesen??!!!), wieder zurück zum Lagerplatz, wo uns unser Küchenteam einen feinen Zmittag gekocht hatte. Am Nachmittag, beim Geländegame, galt es dann an verschiedenen Posten so viele Nahrungsmittel wie möglich zu sammeln. Natürlich gab es böse Leiter, die den Fähnlis alles wieder wegnehmen konnten. Flinkheit und Wissen waren gefragt!! Abends, nach dem Game, spielten wir dann noch Volleyball (oder was ähnliches=)), «Speckbrättli » oder ruhten uns einfach nur im Zelt aus.
Am Abend war dann frühe «Zahnputz-Deadline» und frühe Nachtruhe angesagt, denn am nächsten Tag fand die Tageswanderung statt. Wie immer gab es zwei verschiedene Leistungsgrade. Die eine Gruppe wagte sich auf die grössere Wanderung, wofür sie schliesslich natürlich auch belohnt wurden. Sie durften dort Schokolade in allen Variationen und Formen giessen. Die andere Gruppe begab sich auf eine etwas kleinere Wanderung, die sie zu einer alten Schlegelsäge führte. Wir besichtigten die Säge mit einem der Freiwilligen, die diese Säge noch betreiben und für Touristen öffentlich zugänglich machen. Schliesslich kamen alle müde und einige voll mit Schokolade wieder zurück zum Lagerplatz, wo wir ein Wettholzen veranstalteten. So machten wir dann auch ein Lagerfeuer, an dem wir einen Sing-Contest veranstalteten.
Den nächsten Vormittag verbrachten wir dann auf dem Lagerplatz. Die Leiter haben eine Samariterübung vorbereitet, an der die Pfadis unvorbereitet an eine Situation kamen und helfen mussten. Da wir uns während dieser Übung im Wilden Westen befanden, gab es natürlich auch Schusswunden und Verletzungen vom Sturz eines Pferdes zu verarzten. Am Nachmittag gingen wir dann alle zusammen nach Lungern in die Badi. Da das Wasser jedoch sooo kalt war, begnügten sich die einen mit «sünnele», während sich andere wagemutig ins Wasser stürzten und schon nach kurzer Zeit, wie könnte es auch anders sein, vom Bademeister aufgefordert wurden etwas ruhiger zu sein=).
Am Abend wurden die Pfadis schon früh ins Bett geschickt, weil am nächsten Tag eine «Sonnenaufgangswanderung» stattfinden sollte. Während die Pfadis schliefen, steckten die Leiter mitten in den Vorbereitungen eines grausamen Plans (hähä)! Fähnliweise wurden dann die Pfadis geweckt, sie mussten einige Sachen einpacken und wurden dann los geschickt. Auf dem Weg war es das Ziel aus jedem einen Agenten zu machen, der es mit den bösen «Tussis» der Zukunft, die die Pfadi zerstören wollten, aufnehmen konnte. So absolvierten sie einige Posten. Am letzten Posten jedoch, mussten sie ihr Durchhaltevermögen beweisen. Sie mussten die Badehosen anziehen und in ein eiskaltes Bad stehen. Doch kaum standen alle im Wasser, kamen sechs Leiter um die Ecke und fingen an Kleider und Rucksäcke zu filzen. Erst jetzt bemerkten die meisten, was ihnen bevorstand: der Hike!! Mit Badehose, Wanderschuhen, Rucksack und meist ohne Geld, mussten die Pfadi dann in den Bus steigen und zum Ausgangsort ihres Hikes fahren. Aufgabe war es, Poststempel bestimmter Orte zu holen und ein Geschenk für den 100. Geburtstag der Pfadi zu fabrizieren. Einige hatten Glück und konnten Geld schmuggeln, andere verdienten sich das Geld mit kleinen Arbeitseinsätzen. Gesund und munter kamen dann aber alle am Samstagmittag wieder zurück. Stolz präsentierten sie dann ihre Geschenke. Die einen waren einfallsreich und schön, andere eher das Gegenteil=).
Am Nachmittag nahmen wir es dann wieder etwas ruhiger. Beim Atelier konnte jeder basteln, was er wollte. Zur Auswahl stand zum Beispiel Filzen, T-Shirts drucken, Specksteinanhänger basteln oder Schwerter usw. Jaa und dann war es auch schon Sonntag und der Besuchstag stand vor der Tür. Alle freuten sich auf ihre Mamis und Papis. Aber zuerst musste natürlich der Lagerplatz auf Vordermann gebracht werden! Um elf Uhr trafen dann die Eltern ein und begrüssten zuerst mal die Kinder und übergaben Wäsche und «Frässpäckli». Nach dem Mittagessen begann dann ein Postenlauf, bei dem auch die Eltern mithelfen konnten. Ziel war es, möglichst viel Abfall zu sammeln, um daraus eine Zeitmaschine zu basteln. Doch viel zu schnell wurde es vier Uhr und die Eltern mussten schon wieder gehen. Man verabschiedete sich teils erleichtert und teils unter Tränen. Jedoch waren abends beim Spielturnier alle wieder viel zu beschäftigt, um noch an die Eltern zu denken=).
Am Montag war dann endlich der grosse Augenblick gekommen, wo die Fähnli ihr ganzes Wissen und Können unter Beweis stellten. Gemeint ist damit natürlich der Fähnlilauf, welcher einen ganzen verregneten Tag dauerte. Dabei führte die Strecke rund um den Lungerensee an acht Posten vorbei. Dabei marschierten sie bis auf 1300 M.ü.M.
Am Dienstag blieb man auf dem Lagerplatz. So ergatterten und erkämpften die Pfadi Baumaterialien um eine Westernstadt zu gründen. Später galt es, mittels Feuer möglichst viel Salz aus dem Wasser zu gewinnen. Aber aufgepasst vor bösen Schurken, welche Wasserballone auf die Feuerstellen schmissen.
Am Nationalfeiertag feierte man zudem offiziell 100 Jahre Pfadi. Als Geschenk reisten wir nach Sarnen und versuchten in einem Stadtgame die Bevölkerung mit einzubeziehen in dem man Ware tauschte oder sie für Spiele animierte. Auf dem Lagerplatz am Abend zündeten wir eine Pfadililie aus 100 Teelichtkerzen an und sangen am Lagerfeuer Lieder.
Auf den Donnerstag versprach der Wetterbericht Regen. Zum Glück konnte das Brunch- Game trocken über die Bühne gebracht werden. Dabei musste jedes Kind sein Morgenessen durch diverse Anstrengungen verdienen. Den Nachmittag organisierten die Venner, welche einfach das schlechte Wetter ignorierten und mit den Kinder Cocktails mixten, Volleyball spielten und andere sommerliche Aktivitäten anboten.
Mit dem zweitletzten Tag neigte sich langsam das Lager dem Ende zu. So galt es die Bauten abzubrechen und viel Material zu putzen und zu verladen. Natürlich durfte am Abend ein Abschlussfeuer nicht fehlen, wo die Jüngsten ihr Pfadiversprechen ablegten.
Sicherlich war jeder glücklich, als endlich der Samstag kam. Schnell räumte man noch alles auf und kurz nach Mittag marschierte man zum Bahnhof und nahm den Zug nach Lachen. Dort warteten voller Sehnsucht die Eltern und nach der Auflösung der Lagerolympiade wurden die Pfädis entlassen. Allen Sponsoren, Helfern und den Eltern für ihr Vertrauen möchten wir uns nochmals herzlich bedanken und freuen uns auf das kommende Bundeslager 2008 in der Linthebene.
Sommerlager Leiterteam

