Materialtipps fürs Pfadilager (Teil 2)

4. Schuhe

Die Wahl der richtigen Schuhe ist vom Verwendungszweck abhängig.

Trekkingschuhe

Brauche ich den Schuh hauptsächlich im Wald und für leichte Wanderungen oder gehe ich auch ab und zu auf eine Gebirgswanderung abseits von allen Pfaden?

Für unsere Verhältnisse genügt ein Leichtgewichts-Wanderschuh (Trekkingschuh). Dieser Schuhtyp zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • dünne, leichte und abriebfeste Sohle
  • halbhoher Oberschuh aus weichem Leder oder einer Kombination aus Leder/Cordura (Nylon)
  • leicht und bequem, muss nicht eingelaufen werden
  • beschränkt 'kantenfest', daher ungeeignet für Bergtouren abseits von Wanderwegen

Bergschuhe

Ein Bergschuh zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • steifere Gesamtkonstuktion
  • Dämpfungseinlage nur im Absatz
  • Obermaterial aus festem Leder
  • Einlaufen empfohlen, besonders vor einer grossen Tour
  • doppelt so lange Lebensdauer wie Trekkingschuhe steigeisenfest, d.h. geeignet für die Montage von Steigeisen

Preise

  • Trekkingschuhe 120.- bis 250.-
  • Bergschuhe 180.- bis 400.-

5. Der Schlafsack

Fragen, die du dir vor dem Kauf stellen sollst:

  • Wie oft wird der Schlafsack gebraucht?
  • Wo brauche ich den Schlafsack? - im Freien oder nur im Haus
  • Wie gross und schwer darf er sein?
  • Bei welchen Temperaturen soll er warmhalten?
  • Was darf er kosten?
  • Wie ist dein persönliches Kälteempfinden? - du frierst relativ schnell, normal, ist dir eher zu warm als zu kalt?
  • Zu welcher Jahreszeit benötigst du den Schlafsack? - Nur im Sommer oder auch in der kälteren Jahreszeit?

Ein Schlafsack verwendet man, wie der Name sagt zum Schlafen. Er soll uns also helfen, während des Schlafens genügend warm zu haben. Schlafsäcke gibt es in jeder Preisklasse, daher solltest du beim Kauf überlegen, wofür du den Schlafsack brauchst. Im Kasten findest du ein paar Fragen, die du vor dem Kauf klären solltest.

Die Form

Der Mumienschlafsack ist für unsere Zwecke besser geeignet als der Kastenschlafsack (Viereckform), da er aus zwei Gründen wärmer ist: der Körper und vor allem die Füsse müssen ein kleineres Volumen erwärmen und die Oberfläche ist kleiner, so dass weniger Wärme abgestrahlt wird. Ausserdem ist das Packmass und das Gewicht des Mumienschlafsacks geringer.

Die Füllung

Kaum ein Pfadilager, in welchem nicht mehrere Schlafsäcke klatschnass werden. Nasse Daune verliert praktisch die ganze Isolierfähigkeit und einmal nass geworden, braucht die Daune mehrere Tage, um wieder zu trocknen. Schlafsäcke mit Kunstfaserfüllungen hingegen behalten ca. 80% der Isolierfähigkeit und trocknen zudem schnell. Für unsere Zwecke erfüllt ein Kunstfaserschlafsack seine Funktion am besten.

Worauf du beim Schlafsackkauf achten solltest:

Der Schlafsack sollte dir folgendes bieten:

  • Eine Kapuze, die sich eng zusammenziehen lässt, so spart man viel Wärme in kalten Nächten
  • Thermogenähter Aufbau, d.h. die Nähte sind nicht durchgesteppt (Kältebrücken)
  • Der Reissverschluss sollte auch von unten zu öffnen sein, so kannst du in warmen Nächten die Füsse kühlen.
  • Einen Isolationswulst, der den Reissverschluss innen abdeckt

Temperaturangaben

Die Temperaturangaben, die jeweils zum Schlafsack angegeben werden, sind nur Richtwerte, da dein Temperaturempfinden nicht nur von der Aussentemperatur abhängig ist, sondern auch von deiner Fitness, Müdigkeit, deiner letzten Mahlzeit usw. Frauen sollten eher einen Schlafsack aus der nächst wärmeren Stufe auswählen.

Lagerung und Pflege

Um den Füllstoff zu schonen, ist eine luftige Lagerung zu empfehlen. Wird der Schlafsack dauernd im Packsack gelagert, verliert der Füllstoff langsam seine isolierende Form.
Zur Pflege: Mit jedem Waschvorgang verliert ein Schlafsack an Qualität, wenig Pflege ist also meist die beste Pflege. Beim Waschen musst du folgendes beachten: Wähle Schonwaschgang bei ca. 30 bis 40°C mit einem normalen Feinwaschmittel. Intensives Spülen ist wichtig, da sonst die Kunstfasern zusammenkleben. Tumblern ist bei tiefen Temperaturen gut möglich.
Damit du den Schlafsack nicht allzu häufig waschen musst, empfiehlt es sich einen Innenschlafsack zu kaufen. Dieser hält den umgebenden Schlafsack sauber und lässt sich einfach waschen.

Unterlage

Ein Schlafsack ist nur so gut wie seine Unterlage, da ohne Unterlage viel Wärme verloren geht. Jede Schlafsackfüllung wird, auch wenn sie noch so gut ist, auf der unteren Hälfte durch das Körpergewicht zusammengedrückt und die Isolation geht verloren. Abhilfe schafft nur eine Isolationsunterlage. Grundsätzlich gilt: Immer eine Isolier-Matte verwenden, egal ob Sommer oder Winter.

Rucksäcke

Für die Wahl eines Rucksacks ist entscheidend, wofür du ihn einsetzen wirst:

  • Daypacks (bis ca. 30 Liter): Geeignet für eine Tagestour, um alles Nötige unterzubringen (Regenschutz, Jacke, Wasser, Lebensmittel).
  • Mehrtagestouren (30 bis 65 Liter): Für mehrtägige Touren mit genügend Stauraum für deine Ausrüstung für mehrere Tage.
  • Trekkingrucksack (65 bis 100 Liter): Klassischer Rucksack, in den du praktisch alles unterbringen kannst (ganze Sommerlager-Ausrüstung, aber dafür eignet sich ein Koffer besser.)

Worauf ist beim Kauf zu achten:

  • Rückenlänge: ein verstellbares Tragsystem passt sich deinem Wachstum an.
  • Schulterträger: grosse Auflagefläche, gut gepolstert, verstellbarem Brustgurt
  • Unterteilung: Eine Unterteilung mit austrennbarem Zwischenboden erleichtert die Organisation
  • Deckel: Tasche mit Reissverschluss für kleinere Sachen wie Sonnenbrille, Apotheke, Schreibzeug usw.
  • Bodenfach: Verstärkter Boden mit abriebfestem Material
    Beckengurt: soll rundum gleichmässig anliegen, muss sich satt anziehen lassen
  • Kompressionsriemen: damit auch ein halb gefüllter Rucksack gut gepackt werden kann

Trägersystem

Rucksäcke mit grossem Alugestänge als Trägergestell gehören zum Glück der Vergangenheit an. Heute sind die Tragevorrichtungen und Versteifungen in den eigentlichen Rucksack integriert, was zu einer erheblichen Gewichtsreduzierung führt. Das wesentlichste Element am Trägersystem ist der Beckengurt, immerhin lasten auf dem Beckengurt bis zu 80% des Gewichts. Deshalb ist es auch nicht empfehlenswert den Beckengurt bei längeren Märschen geöffnet zu lassen, aber jeder muss seine Erfahrung selbst machen. Beckengurt und Schultergurte sollten auf jeden Fall zueinander in der Höhe verstellbar sein. Ein reines Zusammenziehen der Schultergurte ist keine Höhenverstellung!
Mit dem Trägersystem einher geht auch das Belüftungssystem. Bei ganz modernen aber auch eher teureren Modellen liegt der Rucksack nicht am gesamten Rücken über eine Polsterung an, sondern nur im Schulter- und Beckenbereich, dazwischen befindet sich ein luftdurchlässiger Stoff. Es entsteht so ein Spalt zwischen Rücken und Rucksack, so dass man weniger ins Schwitzen kommt.

Sonstige Ausstattungsmerkmale

Es sollten zumindest zwei Fächer vorhanden sein für die Trennung von Schmutzwäsche oder dreckigen Schuhen. Weitere kleine Fächer an der Aussenseite oder im Deckel können sehr hilfreich bei der Unterbringung von Kleinkram sein. Von Vorteil ist auch, wenn das Hauptfach von oben und unten zugänglich ist, so dass man nicht den kompletten Rucksack ausräumen muss, wenn man etwas aus dem unteren Teil haben möchte.

Fazit

Die Grösse des Rucksacks sollte irgendwo zwischen 40l und 60l liegen, da du einen Rucksack mit mehr als 60 Litern, der prall gefüllt ist, nicht über grössere Distanzen tragen kannst. Trotzdem: Lieber etwas grösser als zu klein, so lange der Rucksack passt und sich gut tragen lässt. Rucksäcke mit Belüftungssystem sind angenehmer zu tragen als welche ohne, leider jedoch auch teurer.
Rucksäcke vom Discounter sind alles in allem gut, verfügen aber meistens nicht über ein hochwertiges Trägersystem, was den Tragekomfort stark einschränken kann. Auch werden oft minderwertige Schnallen und Reissverschlüsse verwendet um Kosten zu sparen. Aus diesem Grund sollte man den Rucksack beim Fachhändler (z.B. hajk) kaufen.

Praxistipp: Vor dem Kauf auf jeden Fall mehrere gefüllte (!) Rucksäcke «anprobieren», um einen Vergleich beim Tragegefühl zu haben.

Rucksackpacken

Das Packen eines Rucksackes ist sehr wichtig um eine angenehme Wanderung zu gewährleisten. Schwere Gegenstände packst du am besten unten - also in Hüfthöhe - in den Rucksack und direkt am Rücken. Dadurch liegt das Gewicht näher am Körper und lässt sich so leichter tragen. Bedenke auch, was du ganz oben in deinen Rucksack packst, z.B. Regensachen bei wechselhaften Wetter, Lebensmittel und Kochgeschirr bei einer längeren (mehrtägigen) Wanderung, etc.

Taschenlampen

Eine Taschenlampe gehört für uns zur Grundausstattung. Als Energiequelle dienen meist Batterien oder Akkus. Daher sind wegen Handlichkeit, Grösse und Gewicht besonders die Taschen- und Stirnlampen geeignet.

Leuchtmittel

Es kommen bei Taschenlampen hauptsächlich drei verschiedene Leuchtmittel zum Einsatz: Glühbirnen, Halogenbirnen und LED’s.

  • Glühbirne: Die klassische Glühbirne gehört (noch) zu den billigsten und am weitesten verbreiteten Leuchtmittel. Dadurch ist auch Ersatz für eine defekte Birne meist kein Problem. Sie haben jedoch den Nachteil aller Glühbirnen, dass die meiste Energie in Wärme umgewandelt wird, daher verbrauchen sie am meisten Batterien. Zudem sind die Glühbirnen selbst nicht sehr langlebig.
  • Halogen: Halogenbirnen erreichen mit besseren Materialien (Glaskolben, Glühwendel, Gasfüllung) eine bessere Lichtausbeute und weniger Batterieverbrauch als die Glühbirne. Für Taschenlampen mit grosser Leuchtweite und guter Strahlbündelung werden daher fast ausschliesslich Halogenbirnen verwendet. Das bessere Material macht sich aber direkt im Preis bemerkbar. Hinzu kommt, dass es für Halogenbirnen mehrere Standards bzgl. Grösse und Fassung gibt, was den Ersatz der Birne kompliziert machen kann.
  • LED: LED’s (light emitting diodes) weisen die beste Energieausbeute auf, da nahezu keine Abwärme erzeugt wird. LED-Lampen haben deswegen auch mit vergleichsweise kleinen Batterien eine sehr lange Leuchtdauer von bis zu 150 Stunden oder mehr. LED’s sind aber recht diffuse Lichtquellen und daher vor allem für den Nahbereich geeignet sind. Dies ist kein Nachteil, da die meisten Taschenlampen sowieso im Bereich zwischen 2 und 15 Metern verwendet werden.

Bauformen

Auch die Bauformen sind sehr unterschiedlich, je nach Anwendung.

  • Stablampe: Die häufigste Bauform ist die Stablampe, die preislich zwischen wenigen Franken bis hin zu teuren, hochwertigen Lösungen liegt. Die verbreiteten MAG-LITE sind qualitativ sehr gut und praktisch unverwüstlich (meine Maglite hat inzwischen 15 Jahre auf dem Buckel und funktioniert noch immer einwandfrei), aber die grossen Maglites sind nicht gerade gewichtssparend. Die Stablampen sind, sofern sie nicht zu den billigsten Ausführungen gehören, oft spritzwassergeschützt oder gar wasserdicht.
  • Kopf- oder Stirnlampe: Stirnlampen sind ebenfalls Lichtquellen, die dem Träger die Hände frei lassen (z.B. zum Gitarrespielen). Die Lampen werden an einem Tragegestell aus flexiblen Bändern am Kopf getragen und lassen sich auf jeden Kopfumfang einstellen. Zudem leuchten sie, da sie die Bewegung des Kopfes mitmachen, immer in Blickrichtung. Die preisgünstigeren Stirnlampen haben Leuchtenkopf und Batteriefach in einer Einheit, bessere Varianten haben ein externes Batteriefach hinten am Kopfband, so dass das Gewicht ausgeglichen ist.

Zwirbel